Zirkus als gemeinsame Sprache.
Eine Woche lang trainierten junge Menschen aus Krakau und Leipheim miteinander, nahmen an Sprachanimationen teil und entwickelten in kurzer Zeit eine gemeinsame Show für die Leipheimer Hockete.
Wie die Leiterin des Zirkus MiMa zum Zirkus MiMa kam
die Leiterin des Zirkus MiMa übernahm die Leitung der Kinder- und Jugendzirkusgruppe im März 2021. Zirkus gehörte schon früh zu ihren eigenen Interessen: Jonglage, Einradfahren und Akrobatik begleiteten sie bereits als Jugendliche. Die Leitung der Gruppe verstand sie deshalb vor allem als Möglichkeit, diese Begeisterung weiterzugeben.
Was im Zirkus trainiert wird
Die damalige Gruppe arbeitete mit Partner- und Einzelakrobatik, unterschiedlichen Jonglageformen, Diabolo und Keulen, Einrad, Balance, Hula-Hoop, Springseil, Clownsszenen und Tanz. Gerade diese Vielfalt ermöglichte es jungen Menschen mit sehr unterschiedlichen Interessen und Vorerfahrungen, ihren Platz in der Gruppe zu finden.
Eine Show in nur einer Woche
Nach einem Auftritt beim Fest der Kulturen im Mai 2022 wartete im Herbst eine neue Herausforderung: eine Kinder- und Jugendzirkusgruppe aus Krakau kam für eine Woche nach Leipheim. Neben intensivem Training gehörten Sprachlernen und Freizeitprogramm zur Begegnung. Gemeinsam mit der polnischen Leitung entstand innerhalb weniger Tage eine energiegeladene Show für die Leipheimer Hockete.
Warum Zirkus international funktioniert
Aus ihrer Sicht braucht Zirkus nicht zuerst eine perfekte gemeinsame Sprache. Jonglage, Akrobatik und gemeinsames Üben schaffen unmittelbar Verständigung. Gerade dadurch entstehen Offenheit, Neugier und Motivation, anschließend auch sprachlich voneinander zu lernen.
Was sie besonders überraschte
Die Gruppe fand trotz großer Altersunterschiede schnell zusammen. Die Jugendlichen zeigten so viel Freude am gemeinsamen Lernen, dass sie oft länger weitertrainieren wollten. Besonders wichtig war für die Leiterin des Zirkus MiMa, dass die Kinder sich gegenseitig Tricks beibrachten — Lernen verlief also nicht nur von Trainerinnen und Trainern zu Teilnehmenden, sondern direkt zwischen den Jugendlichen.
Sprachanimation, die man mitnehmen möchte
Die spielerischen Sprachanimationen blieben ihr so positiv in Erinnerung, dass sie solche Methoden gern auch in den schulischen Kontext übertragen wollte. Sprache wurde im Projekt nicht als Unterrichtsfach erlebt, sondern als Werkzeug, um miteinander handeln, lachen und etwas auf die Bühne bringen zu können.
Der Wunsch nach einer Rückbegegnung
Am Ende des Interviews wünschte sich die Leiterin des Zirkus MiMa ein Wiedersehen mit den Zirkusfreundinnen und -freunden in Krakau. Dieser Wunsch wurde 2023 Realität: Vom 15. bis 22. Juli fand die Rückbegegnung in Nowa Huta statt.
Der Text basiert auf dem erhaltenen Interview, das für die Leipheimer Stadtzeitung geführt und auf der InKontakt-Seite veröffentlicht wurde. Die Antworten sind hier redaktionell zusammengefasst, nicht als wörtliches Transkript wiedergegeben.